Was spricht gegen einen selbst als Vorbild?

Ich hatte letzt ein Gespräch mit einem Freund: Über Gott. Tatsächlich ein Stimmungskiller zumeist – jedoch fand ich das Gespräch nicht uninteressant. Zugegeben: Er hat mich nicht bekehrt, wenn es darauf ankommt würde ich wohl morgen immernoch in der Hölle landen, aber er hat mir eines sehr bewusst gemacht: Menschen brauchen Vorbilder, Rahmenbedingungen, eine Definition von „Mitte“. Damit meine ich nicht die konservative, politische Mitte, sondern viel mehr die Mitte des Handelns.

Wir schieden uns also in der Aussage, dass der Mensch sich selbst voll begreifen kann, waren uns aber einig, dass es Maximen braucht, damit es ein vernünftiges Zusammenleben geben kann. Die Rationalität finde ich erlaubt mir die Freiheit diese Maximen selbst zu definieren und nicht auf den Schöpfer zurückgreifen zu müssen. „Arrogant“ würde man das nennen. Selbst der Meinung zu sein „allwissend“ oder „allmächtig“ zu sein sich selbst zu beurteilen. Jedoch geht es viel mehr darum sich selbst als ernstzunehmende Person zu sehen, sich selbst beurteilen zu können und demnach Konsequenzen aus dem eigenen Handeln ziehen zu können. Das mag anstrengend sein. Ähnlich dem Prinzip der Selbstständigkeit im Beruf bedeutet die Selbstständigkeit hier: „Alles muss man selber machen“. Auch das Vorbild sollte man sich selbst sein und: Was spricht schon dagegen sich selbst als Vorbild zu nehmen, muss ja einfach sein?

Voraussetzung ist sich selbst zu kennen. Und das meine ich nicht im homöopathischen Sinne. Diese Erlichkeit zu entwickeln, ein Urteil über seine Taten zu fällen ist denke ich ein Zeichen von Erfahrung, Weisheit oder Reife – zumindest in einigen Fällen. In den Meisten wird leider wieder nur dem nachgeeifert was Eltern, Verwandte oder die Bild einem vorgibt.